Rekorde, Korrektur, Erholung – der außergewöhnliche Start ins Edelmetalljahr 2026 (Episode 40)
Shownotes
Der Jahresauftakt 2026 war selbst für erfahrene Marktteilnehmer außergewöhnlich: Gold überschritt erstmals die Marke von 4.000 Euro je Feinunze, Silber erreichte 100 US-Dollar, kurzzeitig notierte Gold sogar bei 5.000 US-Dollar. Nur wenige Tage später folgte eine scharfe Korrektur von rund 20 Prozent – bei Silber noch deutlicher.
In dieser Folge von „Glänzende Perspektiven“ analysieren Benjamin Summa und Alexander Köhne die Hintergründe der extremen Marktbewegungen.
Ein besonderer Fokus liegt auf dem Verhalten physischer Anleger: Während spekulative Marktteilnehmer Positionen abbauten, nutzten viele Investoren die Rücksetzer gezielt für Zukäufe. Das Verhältnis bei pro aurum lag zeitweise bei rund 90 % Käufern.
Die zentrale Frage bleibt: Haben sich die strukturellen Rahmenbedingungen für Edelmetalle wirklich verändert – oder erleben wir lediglich normale Marktmechanik in einem langfristigen Trend?
Eine fundierte Einordnung für strategisch orientierte Anleger – sachlich, analytisch und mit Blick auf das, was langfristig zählt.
Transkript anzeigen
00:00:07: Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von glänzende Perspektiven, dem Podcast von ProAuron.
00:00:12: Ich bin Benjamin Summa, Leiter Kommunikation und bei mir ist wie immer Alexander Köhne unser Vertriebsleiter.
00:00:19: Heute sprechen wir über ein Jahresauftakt bei Edelmetallen der selbst für erfahrene Marktteilnehmer außergewöhnlich war.
00:00:27: Ende zwanzig fünfundzwanzig haben wir hier im Podcast bereits einen Tendenziell positiven Ausblick formuliert, wir haben über die strukturellen Treiber gesprochen.
00:00:39: Die Edelmetallen weiter hin Rückenwind geben auch einen Preisniveau im Bereich von US-Dollar.
00:00:46: Bei Gold wurde damals als mögliches Markt-Szenario von uns beiden diskutiert Alex ausdrücklich nicht als eigene Position sondern als Einschätzung einzelner Analysten unter bestimmten Rahmenbedingungen.
00:00:59: und dann kam der Januar XXVI.
00:01:03: Goldüberschritt erstmals die Viertausend Euro je fein und seelbereichte Hundert US-Dollar, kurz darauf notierte Gold tatsächlich bei den angesprochenen Fünf Tausend US Dollar!
00:01:14: Und nur wenige Tage später folgte eine außergewöhnlich scharfe Korrektur.
00:01:19: Heute wollen wir diesen Turbolentenstart etwas einordnen bisschen analysieren auch mit Blick darauf was für Anleger wirklich zählt.
00:01:29: Alex, beginnen wir mit der Ausgangslage.
00:01:32: Kam diese Rally überraschend?
00:01:34: Ja hallo Benni!
00:01:36: Also erstmal herzlichen Dank für die kompakte Zusammenfassung der sehr spannenden letzten Wochen.
00:01:41: und nein also die von dir angesprochene Rally kam nicht aus dem Nichts denn diese Bewegung hatte sich über Monate aufgebaut.
00:01:50: twenty-fünfundzwanzig war ja bereits ein außergewöhnlich starkes Jahr physischer Nachfrage.
00:01:56: Und wir haben die Kernpunkte ja bereits mehrfach besprochen, viele Zentralbanken setzten ihre strategische Diversifikation vor Ort und die globale Staatsverschuldung blieb und bleibt hoch.
00:02:09: Stichwort Global Synchronized Depth.
00:02:12: also alle verschulden sich!
00:02:15: Und auch die geopolitischen Spannungen hielten und halten an.
00:02:20: Gleichzeitig nahmen die Risiko A Version an den Finanzmärkten zu.
00:02:25: Wir sind zwar noch vom Risk of Modus etwas entfernt, aber es war zu sehen das Kapital verstärkt aus risikobahafteten Anlageklassen in Sachwerte wie Edelmetallofloss.
00:02:37: und insbesondere der Bondmarkt wird aktuell in diesem Modus nicht mehr ausschließlich als sichere Hafen gesehen.
00:02:45: eben auch psychologisch wichtige preisniveaus bei gold und silber erreicht wurden verstärkten trend folgende strategien.
00:02:53: Und auch algorithmische handelssysteme die dynamik noch mal zusätzlich, die rekordstände waren also weniger ein isoliertes ereignis als vielmehr die konsequente fortsetzung einer bereits bekannten entwicklung.
00:03:06: aber die geschwindigkeit war dennoch bemerkenswert oder du
00:03:10: absolut also wir haben da ungewöhnliche Schwankungen zum Teil auf Tagesbasis gesehen.
00:03:15: Ich bleibe aber auch dabei, es war eine Beschleunigung eines bestehenden Trends.
00:03:21: allerdings war das auch ein Tempo was statistisch schwer dauerhaft aufrecht zu erhalten war und steile Bewegung.
00:03:29: die erhöhen dann natürlich immer die Wahrscheinlichkeit von entsprechenden Gegenbewegungen.
00:03:34: So ist es und so kam es.
00:03:36: Genau diese Gegenbewegung, diese starke Korrektur die kam ja dann Ende Januar Anfang Februar.
00:03:42: Gold verlor zeitweise rund zwanzig Prozent Silber.
00:03:45: deutlich mehr Auslöser war vor allem eine Neubewertung der geldpolitischen Erwartungen in den USA im Zusammenhang mit der Nominierung von Kevin Walsch als möglichem Fettvorsitzenden und der Markt interpretierte das als Signal für eine restriktivere Geldpolitik.
00:04:04: Alex, erklär uns doch bitte mal wo die genaue Mechanik wie es dazu dieser Korrektur kam?
00:04:09: Ja
00:04:09: sehr gerne.
00:04:10: also am Ende ist es eigentlich so.
00:04:11: Gold ist ja in US-Dollar notiert und wirft auch keine laufenden Erträge ab.
00:04:17: Und wenn der Markt dann erwartet dass Zinssenkungen geringer ausfallen oder auch nur später erfolgen Dann steigen die Renditen am Anleihemarkt.
00:04:27: Gleichzeitig wertet häufig auch der US-Dollar auf.
00:04:31: Beides wirkt dann eben kurzfristig belastend auf den Goldpreis.
00:04:35: Hinzu kam da noch ein technischer Effekt, erhöhte Marginanforderungen an den Terminbörsen.
00:04:41: die führten dazu das spekulative Marktteilnehmer Positionen abbauen mussten.
00:04:47: Vielleicht hier kurz zur Erläuterung diese erhöhten Anforderungen, die bedeuten dass für jedes Termingeschäft mehr Und ich kann das so sagen, im Januar war es dann auch wieder deutlich mehr Kapital als Sicherheit hinterlegt werden muss.
00:05:01: Diese erhöhten Anforderungen verstärkten die Abwärtsbewegung insbesondere bei Silber was aufgrund seiner geringeren Marktgröße immer volatiler reagiert.
00:05:12: Da ist sich eben für einige insbesondere spekulativ positionierte Anleger einfach nicht mehr lohnte ihre Kontakte aufrecht zu erhalten bzw neu abzuschließen.
00:05:24: Wichtig ist aber, das war vor allem eine Anpassung von Erwartungen und auch der Versuch den Markt nicht weiter aufheizen zu lassen.
00:05:32: Die strukturellen Argumente für Edelmetalle haben sich dadurch grundsätzlich nicht verändert.
00:05:38: Ja genau
00:05:39: und das zeigte sich ja dann auch in der Praxis quasi, nämlich im physischen Markt als die Kurse deutlich nachgaben nutzten viele Anleger die Rücksetzer für Zugkäufe Nachkäufer.
00:05:51: Auch bei ProAuren war das Verhältnis ja klar zu Gunsten der Käufer verschoben.
00:05:55: Wir hatten zeitweise ein Verhältnis von rund neunzig Prozent Käufert zu etwa zehn Prozent Verkäufern gesehen Und die große Mehrheit hat die niedrigeren Kurse also als Gelegenheit verstanden.
00:06:06: Ja absolut, ich selber war an den Tagen nach diesem starken Rückgang an unseren Standorten unterwegs und die überwiegende Mehrheit der vielen Kunden vor Ort.
00:06:14: Die nutzten den Rückgang sofort wieder zum Kauf.
00:06:17: und diejenigen, die verkauft haben, die taten dies meist nicht aus Panik sondern im Rahmen einer strukturellen Anpassung oder eines vorhandenen Kapitalbedarfs werden nämlich danach den starken Anstiegen deutlich über seiner ursprünglich geplanten edelmetallquote lag oder auch schon vor etlichen jahren in edlemetalle investiert hatte der hat da eben bewusst teilgewinne realisiert.
00:06:42: und ja dieses rebalancing wie wir es ja auch immer wieder beschreiben ist eben kein versuch des markt Timings, also zu höheren Kursen zu verkaufen um dann günstiger wieder einzusteigen sondern ein ganz ganz bewusstes Instrument zur Steuerung der Portfolioaufteilungen und damit am Ende auch das Portfolioresikos.
00:07:04: Ziel ist es nämlich die ursprünglich definierte Vermögensstruktur wieder herzustellen und auch Klumpenrisiken die durch hohe Preisanstiege entstehen können zu vermeiden.
00:07:14: Die Korrektur war daher eben kein Vertrauensverlust in diesem physischen Markt, sondern ein Ausdruck ganz normaler Marktmechanik.
00:07:24: Nach der deutlichen Korrektor hat Gold zuletzt wieder zugelegt und sich auf weiterhin hohem Niveau stabilisiert – auch Silber hat es sich erholt!
00:07:31: Die Kurse liegen unter den Rekordständen vom Januar das ist klar, bewegen sich historisch betrachtet jedoch weiterhin in Preisregionen die noch vor wenigen Jahren.
00:07:41: außergewöhnlich erschienen.
00:07:43: und entscheidend ist aber weniger die exakte Zahl auf dem Kurs Ticker als die Frage, ob sich das zugrunde liegende makroökonomische Umfeld grundlegend verändert hat.
00:07:55: Kurzfristige Anpassungen, Bezinserwartungen können Preise auch in Zukunft spürbar bewegen nach oben oder nach unten.
00:08:02: Sie ersetzen jedoch eben keine strukturellen Entwicklungen wie anhaltend hohe Staatsverschuldung überall auf der Welt – du hast es angesprochen – expansive Fiskalpolitik und langfristig Verschiebungen in der Geld- und Währungsordnung.
00:08:15: Und das alles gibt Elmetallen ja weiterhin rückenwind.
00:08:21: Vor diesem Hintergrund ist mir noch eine grundsätzliche Einordnung wichtig und sie ist auch notwendig, denke ich um das alles besser zu verstehen.
00:08:30: Wenn Gold in Euro oder ein US-Dollar neue Höchststände erreicht verändert sich ja nicht das Metall sondern der Maßstab indem es bewertet wird.
00:08:40: Sein Preis entsteht ausschließlich im Verhältnis also zur jeweiligen Währung die wir betrachten und über längere Zeiträume zeigt sich daher einen Wiederkehrendesmuster.
00:08:52: steigt Gold in Papierwährungen deutlich an, ist das weniger Ausdruck eines Wehrzuwachses des Edelmetalls als vielmehr Spiegel einer schleichenden Kaufkraftminderung eben dieser Währungen.
00:09:06: Und eins lässt sich nicht weg diskutieren – Staaten können Schuldenausweiten, Notenbanken können Geldmengen erhöhen, Gold hingegen ist nicht beliebig vermehrbar und in diesem Spannungsfeld fungiert es weniger als Rendite-Objekt, sondern als Referenz für monetäre Stabilität.
00:09:26: Ja, es ist genauso wie du es gerade beschrieben hast, Benni und genau deshalb betrachten wir Gold eben auch als strategischen Vermögensbaustein.
00:09:34: die Volatilität also die Schwankungen der Preise, die widerspricht diesem Ansatz nicht, sondern sie gehört zu funktionierenden Märkten, auch wenn Sie auf Anleger erst mal verunsichert werden könnte.
00:09:46: Und entscheidend ist daher die Einbettung von Edelmetallen und insbesondere von Gold- und Silber insgesamt vermögen.
00:09:52: Wer Edelmeteile nämlich strategisch einsetzt, regelmäßig überprüft und das auch diszipliniert gewichtet, der nutzt ihre Rolle nämlich sinnvoll unabhängig von einzelnen Marktphasen oder Schwankungen.
00:10:05: Gerade in diesen volatilen also schwankungsintensiven Phasen kann zudem vielleicht auch ein regelmäßiger Investitionsansatz sinnvoll sein durch kontinuierliche Käufe, entweder indem man dann zum Beispiel unsere Filialen oder unseren Onlineshop aufsucht.
00:10:22: Oder wenn man es ein bisschen komfortabler haben möchte zb auch über so einen Goldsparplan.
00:10:28: dadurch entsteht nämlich über die Zeit dann ein Durchschnittspreis der kurzfristige Schwankungen glättet und vor allem auch emotionale Fehlentscheidung reduziert.
00:10:38: Silber das muss man sagen bleibt dabei chancenreicher aber auch eben deutlich volatiler, weil es eben diese Doppelrolle als monetäres und vor allem aber auch industriell genutztes Metall hat.
00:10:51: Vielen Dank für die Einordnungen Alex!
00:10:54: Auch von der Marktseite her.
00:10:55: da bist du als Vertriebchef ja sehr nah dran und damit sind wir am Ende dieser Folge angekommen.
00:11:01: Vielen dank fürs Zuhören.
00:11:03: wenn Sie Fragen zur Rolle von Edelmetallen in Ihrem Portfolio haben sprechen sie uns gerne an in unseren Filialen oder über unsere
00:11:10: telefonische
00:11:11: Kundenberatung.
00:11:12: Bis zur nächsten Folge auf Wiederhören.
00:11:14: Herzlichen Dank und Auf Wiederhörn!
Neuer Kommentar